Funktionsstörungen der Kiefergelenke


Das Kausystem besteht nicht nur aus Zähnen

Beim Kauen und Sprechen müssen die Kiefer komplizierte und genau aufeinander abgestimmte Bewegungen leisten. Knochen, Gelenke, Muskeln und Zähne haben ganz bestimmte Funktionen. Wenn ein Teil dieses Systems gestört ist, kommt es zu so genannten Funktionsstörungen. Gelenkknacken, Zähneknirschen, Verspannungen, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Zahnlockerungen sind oft die Folgen. Funktionsstörungen können wir jedoch zuverlässig erkennen und gezielt behandeln.


Funktionsstörungen erkennen und gezielt behandeln

Klinische Untersuchung und Überprüfung der Funktionen von Gebiss, Kiefergelenken und Muskeln liefern uns wichtige Informationen über die Ursache der Erkrankung. Anhand der Ergebnisse dieser Untersuchungen können wir eine individuelle Therapie festlegen.

Dabei können u.a. folgende Maßnahmen zum Einsatz kommen: Gebiss-Sanierungen, Aufbiss-Schiene, Langzeitprovisorium, Physiotherapie. Je nach Krankheitsbild werden für die Therapie auch Fachspezialisten wie Physiotherapeuten oder Orthopäden hinzugezogen.

Durch die oben genannten Untersuchungen gewinnen wir zugleich wichtige Erkenntnisse für eine bevorstehende Zahnbehandlung und die Herstellung von passgenauem, funktionellen Zahnersatz durch ihren Hauszahnarzt.


Wenn nachts die Zähne knirschen, kann tags der Rücken schmerzen

Die Wechselwirkung zwischen dem Mund und dem übrigen Körper sind vielfältiger als weitläufig bekannt. Darauf wiesen die Experten kürzlich auf der Herbst-Pressekonferenz des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ) und anlässlich des Tages der Zahngesundheit hin.

So lassen sich chronische Kopf- und Rückenschmerzen in manchen Fällen auf fehlende Zähne, nächtliches Zähneknirschen oder schlecht sitzenden Zahnersatz zurückführen. Unbehandelte Zahnfleischerkrankungen wiederum können das gesamte Immunsystem schwächen und ein schlecht eingestellter Diabetes zieht häufig Zähne und Zahnfleisch in Mitleidenschaft. "Diese Zusammenhänge sind frappierend komplex und vielen Patienten wie auch Medizinern und Therapeuten nicht immer präsent", resümierte Prof. Dr. med. dent. Klaus M. Lehmann, vom wissenschaftlichen Beirat des KpZ.

Sei dieses Wissen bekannter, könnten Patienten noch gezielter behandelt werden und sich unter Umständen lange Leidenswege ersparen, so Lehmann. Die Teamarbeit von (Zahn)-Medizinern und Dentallaboren vor Ort gewinne mit der Komplexität der Aufgaben deutlich an Bedeutung.

Seit mehr als 20 Jahren befassen sich Experten im Wissenschaftlichen Beirat des KpZ intensiv mit zahnmedizinischen und zahntechnischen Themen und präsentieren aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse einmal jährlich auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit.

Quelle: Kuratorium perfekter Zahnersatz e. V., 02.10.2009




Kiefergelenk-Knacken: "Normal ist das nicht"

Auch wenn dies vom Volksmund, allerdings auch manchen Zahnärzten als harmlos angesehen wird: "Ein knackendes Kiefergelenk ist keineswegs normal, sondern ein Zeichen, dass etwas aus der Ordnung ist". Das Kiefergelenk sei gewissermaßen eine Kreuzung von Körper und Seele: "Bei Stressbelastung knirschen viele Menschen mit den Zähnen oder pressen sie unbewusst kraftvoll zusammen, was zu 'Ausweichmanövern' der Zähne und damit der Kiefer führt und das Gelenk unnatürlich belasten kann."

Grund für das "Knacken" als hörbares Symptom sind Veränderungen in den räumlichen Verhältnissen im Kiefergelenk. Nicht jedes Knacken im Kiefergelenk stellt gleich ein großes Problem dar: Eine kleine Gelenkscheibe (discus articularis) ist bei der Fehlbelastung des Kiefergelenks etwas verschoben und rutscht bei entspannter Kieferposition wieder zurück an seine eigentliche Position, das ist mit einem kleinen Klick-Geräusch verbunden. Auch bei Kindern kann es zum Kiefergelenkknacken kommen, bei vorübergehendem ungleichen Wachstum von Zähnen und Kiefer.

Problematisch hingegen ist oft die Ursache des Knackens. Neben Stress-Belastungen können auch bestimmte Zahnfehlstellungen wie zum Beispiel ein Deckbiss das fein austarierte bewegliche System des Gelenkes stören. Der natürliche Bewegungsraum des Unterkiefers ist dann z. B. nach vorne eingeengt. Kiefergelenkknacken sollte frühzeitig überprüft und je nach Ursache bzw. damit verbundener belastender Folgen auch therapiert werden.

Allerdings gibt es auch Fälle, in denen keine Therapie notwendig ist. Das kann aber nur ein Spezialist entscheiden. Es muss eine fundierte Ausschlussdiagnostik durchgeführt werden.

Deshalb: sprechen Sie Ihren Zahnarzt, Kieferorthopäden oder uns an. Wir helfen Ihnen gerne weiter!

(Quelle: mod. nach BDK, 08.07.2009)